
So mancher Mann hätte auf die veröffentlichten Nacktfotos seiner zukünftigen Frau anders reagiert als Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Das Ex-Model Carla Bruni hatte ihrem Verlobten vor ihrer Hochzeit von den Bildern erzählt und ihn vor der Reaktion der Öffentlichkeit gewarnt. Sarkozy bewies jedoch wahre Größe



Nacktfotos von Frankreichs neuer First Lady aus ihrer Zeit als Topmodel sind für Staatschef Nicolas Sarkozy offenbar kein Problem: Sie habe ihren Mann gleich zu Beginn der Beziehung gewarnt, dass über kurz oder lang Aktbilder von ihr auftauchen würden, sagte Carla Bruni-Sarkozy der Augustausgabe der US-Zeitschrift „Vanity Fair“.
Die Fotos hätten den Präsidenten aber nicht im mindesten gestört – im Gegenteil. „Oh, das hier gefällt mir, kann ich einen Abzug haben?“, habe der 53-Jährige bei der Durchsicht der Bilder gefragt. Ohnehin sei Sarkozy sehr schnell aufs Ganze gegangen, erzählte seine Frau. „Er hat gesagt, ’ich bin total verliebt in dich, und ich würde dich wirklich gern heiraten’.“
Sie finde es „sehr selten“, dass ein Mann sich so schnell binden wolle, sagte die 40-Jährige, die nach dem Modeln eine zweite Karriere als Musikerin begonnen hatte. Sie sei bereits 39 gewesen, als sie den Präsidenten im Winter kennengelernt habe, und sie habe einen Sohn aus einer früheren Beziehung. „Deshalb wäre es normal gewesen, dass man es langsam angehen lässt, aber er ist kein langsamer Mensch.“ Im Übrigen sei ihr zunächst gar nicht klar gewesen, was für eine „riesige“ Sache auf sie zukommen würde, sagte Bruni-Sarkozy. Sie habe sich einfach „wahnsinnig“ verliebt.„Ich hätte unheimlich gern Kinder mit Nicolas“, vertraute die aus Italien stammende Musikerin dem Blatt an. „Das wäre ein Traum.“ Aber vielleicht sei sie dafür schon zu alt. Eine künstliche Befruchtung komme für sie aber nicht in Frage: „Wenn es sich ergibt, wäre ich der glücklichste Mensch der Welt, wenn nicht, werde ich nicht den Teufel herausfordern“, sagte die französische „Première Dame“. Sie sei auch so zufrieden, weil das Leben ihr „schon soviel gegeben“ habe.
Mit Sarkozys erster Frau verstehe sie sich gut, sagte Bruni-Sarkozy. Seine zweite Frau, Cécilia Ciganer-Albeniz, habe sie dagegen noch nicht kennengelernt. „Ich glaube, sie ist noch nicht soweit, und Nicolas auch nicht.“ Ciganer-Albeniz und der Präsident hatten sich im Oktober scheiden lassen, nachdem sie rund zwanzig Jahre zusammengelebt hatten. Wenige Wochen später lernte Sarkozy seine jetzige Frau kennen. Sie finde es bis heute „unglaublich“, dass sie jetzt mit dem Präsidenten verheiratet sei, sagte Bruni-Sarkozy. „Ich war Italienerin – wie kann ich Frankreichs First Lady sein?“
Im Übrigen könne sie sich eher mit der früheren US-First Lady Jackie Kennedy identifizieren als etwa mit der früheren französischen Präsidentengattin Yvonne de Gaulle, sagte die Musikerin. Die Frau des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy „war so jung und modern“. Yvonne de Gaulle dagegen entspreche dem Bild der klassischen französischen Ehefrau, die hinter ihrem Mann stehe. Es gebe ein Foto, auf dem die „Première Dame“ ihrem Mann eine Suppe serviere, sagte Bruni-Sarkozy. „Ich setze meinem Mann auch manchmal Suppe vor, aber ich würde mich nicht so fotografieren lassen wollen.“
Das französische Präsidentenpaar ist seit Montagabend im Urlaub in Südfrankreich. Der Staatschef und seine Frau verbringen ihre Sommerferien auf dem Anwesen von Brunis Familie an der Côte d’Azur; zurückerwartet wird Sarkozy erst zu einer Kabinettssitzung am 21. August
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